Die Geschichte des Kornetts

Auf eine Zeitreise nahm Willi Budde am 07.07.2022 in der Eilshauser Kirche die 50 Zuschauer mit. Er stellte die Geschichte des Kornetts anhand verschiedener Instrumente vor. Es begleitete ihn auf dem Piano Eva Schüttler.

Eröffnet wurde das Konzert mit Posthornsignale auf einem ca. 140 Jahre alten Posthorn, dem Urinstrument des Kornetts, welches damals genutzt wurde um unter anderen mittels der Signale die Art der Kutsche und die Anzahl der Personen mitzuteilen. Es folgte ein schwungvolles Stück auf Klappenhorn, welches im Gegensatz zum Posthorn nur einfach gewunden ist und Klappen, den Vorgängern der Ventile, besitzt. Anschließend wurde die „Fantaisie Brillante“von Joseph Forestier auf einem Cornet á Pistons gespielt, mit dem der vielfältige Klang gut verdeutlicht wurde. Die Besonderheit an dem Instrument sind die Stölzelventile, bei denen die Luft unten durch die Ventile fließt. Außerdem wird es mit einem Hornmundstück bespielt. Nebenbei merkte Willi Budde an, dass die Instrumente mit einem auf dem Mundrohraufgesetzten geschwungenen Zusatzteil, dem Schweineschwänzen, gestimmt werden. „Die Post im Walde“ wurde selbstverständlich auf einem Posthorn diesmal mit Pumpventilen gespielt. Der „Posthorngalopp“ erklang auf zwei verschiedenen Coach Hörnen. Optisch erinnern Sie an Fernrohre und unterscheiden sich vor allem in der Länge. Klanglich stellte Willi Budde auch den Vergleich an. Das Kurze umfasst vier Naturtöne, das geschätzte 1,30 Meter lange sieben Naturtöne. Nach dieser Besonderheit folgte die nächste. Das Taschenkornett kam zum Einsatz. Und es macht seinen Namen alle Ehre, so ist es maximal so groß wie ein Schuhkarton. Auch bei diesem Instrument sind die Ventile ein entscheidendes Merkmal, da es sich um Drehventile mit jeweils einem Faden, so genannte Schnurmechanik, handelt. Und hatte man angenommen, man hätte damit das kleinste Instrument seiner Sammlung gesehen, so hatte man sich getäuscht. Es folgte ein weiteres Taschenkornett, welches mal gerade 19 Zentimeter lang ist. Die nächste Kuriosität ließ nicht lange auf sich warten. Das Echokornett zeichnet sich dadurch aus, dass es an der Seite einen zusätzlichen Trichter hat. Mittels eines weiteren Ventils kann so die Luft umgeleitet werden und erzeugt einen Klang, der gedämpfter ist und wie ein Echo klingt. „Fantasia über den Karneval in Venedig“ von John Hartmann erklang auf dem Cornet á Pistons, welches die Ventile nicht in der Mitte, sondern an der linken Seite, hatte. Am Ziel der Reise angekommen, wurde schließlich ein Kornett in Bb mit dem Wiegenlied von Vassily Brandt gespielt.

Beeindruckend waren nicht nur die verschiedenen Instrumente mit ihren Besonderheiten, sondern auch der Künstler, welchersein Können auf den Instrumenten durch verschiedene Tempi und Tonhöhen bewies Das Piano ergänzte dabei wundervoll die Klänge der Kornetts. Die Begeisterung brachte auch das Publikum mit Pfiffen und Bravo-Rufen zum Ausdruck. Die Zeit verging wie im Flug, so war man traurig, dass das Konzert nach über einer Stunde zu Ende war.